Interaktiver Klimaschutz im Landkreis Dingolfing-Landau

Eine größtmögliche öffentliche Beteiligung in Sachen Klima ist den Verantwortlichen im Landkreis wichtig. Denn Klimaschutz geht alle an und nur gemeinsam lassen sich tragfähige und wirkungsvolle Lösungen finden. Daher führte der Landkreis eine breit angelegte Akteursbeteiligung durch. Die zusammengetragenen Ergebnisse werden in die Maßnahmenfestlegung des Klimaschutzkonzeptes einfließen.

 

Klimaschutz-Befragung

Um Klimaschutz Hand in Hand mit den Bürgerinnen und Bürgern umsetzen zu können, hat der Landkreis Dingolfing-Landau eine Klimaschutz-Befragung durchgeführt. Ziel war es, in Erfahrung zu bringen, wie die Menschen zum Klimaschutz stehen und welche Themen sie dabei am meisten beschäftigen. Die Online-Befragung fand zwischen 3. März und 10. April 2023 statt.

Was denken die Menschen im Landkreis über den Klimawandel? An welcher Stelle nehmen Sie bereits konkrete Auswirkungen wahr? Wie schätzen Sie die bisherigen lokalen Anstrengungen für den Klimaschutz ein? Wo sehen Sie das größte Potenzial für den Klimaschutz? Und was tun Sie selbst schon, um die Umwelt zu schützen? Um diese und weitere Fragen ging es bei der gestarteten Klimaschutz-Befragung die bis zum 10. April lief.

 

 

Klimaschutz-Workshops

Das Klimaschutzmanagement konnte mit der Klimaschutz-Befragung und dem Bürger-Workshop mehr über die persönlichen Einschätzungen und Meinungen der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Dingolfing-Landau erfahren. Diese werden im Anschluss in die Klimaschutzarbeit und Maßnahmenfindung und -umsetzung einfließen.

Offener Klimaschutzworkshop für Bürgerinnen und Bürger

Am Donnerstag, den 20. April, veranstaltete das Klimaschutzmanagement des Landkreises Dingolfing-Landau einen interaktiven Klimaschutz-Workshop. Die Veranstaltung bot eine Plattform für Austausch, Diskussion und Vernetzung interessierter Bürgerinnen und Bürger im Bereich Klimaschutz und zielte darauf ab konkrete Maßnahmen für den Landkreis zu formulieren.
Der Landkreis Dingolfing-Landau setzt bei der Festlegung weiterer Klimaschutzmaßnahmen auf eine breit angelegte öffentliche Beteiligung, um gemeinsam tragfähige und wirkungsvolle Maßnahmen zu finden und festzusetzen. Bereits im März 2023 startete der Landkreis daher mit einer Bürgerbeteiligungskampagne zum Klimaschutz. Zunächst nahmen etwa 550 Bürgerinnen und Bürger an der Online-Befragung teil, die von 03. März bis zum 10. April lief.
Der öffentliche Klimaschutz-Workshop für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am 20. April 2023 war der zweite Teil der Bürgerbeteiligung. Der Abend startete mit einem Impulsvortrag, bei dem die Kernaussagen der erarbeiteten Energie- und Treibhausgasbilanzierung sowie der Potenzialanalyse für den Landkreis vorgestellt wurden. Fast fünfzig Personen haben darauf aufbauend gemeinsam Ideen zum Klimaschutz im Landkreis gesammelt und diskutiert. Die Teilnehmenden konnten sich je vierzig Minuten intensiv in zwei Diskussionsrunden austauschen. Zur Auswahl standen die Themenbereiche „Wärmewende“, „Erneuerbare Energien“, „Mobilität“ und „Sonstiges“. Fachliche Unterstützung leistete das Institut für Systemische Energieberatung der Hochschule Landshut.
Weiterhin wurden die ersten Ergebnisse der Klimaschutz-Befragung erläutert. Ein weiterer Ausbau von ÖPNV und SPNV, sowie eine gute Fahrradinfrastruktur sind für die Befragten besonders wichtig. Die Bürgerbeteiligung zeigte außerdem, dass ein großes Interesse beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis besteht, insbesondere das Wärmenetz als auch die Speicherung von Strom beschäftigen die Bürger/ -innen und sollten daher thematisiert werden. In der Nutzung von Solarthermie und Photovoltaik wird das größte Potenzial gesehen, aber auch die Windkraft beschäftigt die Bürgerinnen und Bürger.
Auf der Bürgerbeteiligung aufbauend finden sich nun auch Experten/-innen im Bereich Klimaschutz und Politiker/-innen des Landkreises zusammen. Kreative Ideen, Visionen, Erfahrungen von verschiedensten Akteuren der Gesellschaft und der Wirtschaft sollen so interaktiv in die Maßnahmenerstellung miteinfließen. Noch mehr Kommunikation über Klimaschutz, die Projekte und Maßnahmen sowie eine umfassende und mitgestaltende Beteiligung sind wesentlich für den Umsetzungserfolg und waren Konsens des Abends.

Impulsvortrag Klimaschutzworkshop

 

 

 

Im Rahmen der vier Thementische Mobilität, Wärme, Erneuerbare Energien und Sonstiges wurden Vorschläge für Klimaschutzmaßnahmen erarbeitet.

 

Expertenworkshop

Am 11. Mai 2023 versammelten sich Experten des Landkreises im Bereich Klimaschutz, um auf dem Bürgerworkshop aufbauend Klimaschutzmaßnahmen zu diskutieren. Das Wissen und die fachliche Kompetenz der ansässigen Experten, wie Klimaschutzmanager, Energieberater, Energieversorger und Netzbetreiber und Vertreter wichtiger Interessensgruppen wie beispielsweise Kaminkehrer und Unternehmen ist von großer Bedeutung. Unterstützt wurde das Klimaschutzmanagement dabei vom ISE Landshut.

Herr Schnabl (oben) und Frau Dr. Denk (unten) vom ISE Landshut moderierten die beiden Thementische “Erneuerbare Energien” und “Wärmewende” zum Austausch der Experten des Landkreises.

 

Politischer Workshop

Am 23. Mai fand der politische Klimaschutzworkshop statt. Neben den wesentlichen Ergebnissen der Ist- sowie Potenzial- und Szenarienanalyse wurden auch die Ergebnisse der Bürgerbefragung und der vorherigen Workshops vorgestellt. Weiterhin wurde aufgezeigt, wie das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 erreicht werden könnte und welche zahlreichen Maßnahmen hierfür im Landkreis Dingolfing-Landau umgesetzt werden müssten. So müssten beispielsweise etwa 95 Windkraftanlagen bis 2040 in Betrieb genommen werden.

Es folgte ein offener Austausch, bei dem folgende Maßnahmen von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen vorgeschlagen wurden.

Ausschreibung: Soziale, nachhaltige Kriterien sollten die Grundlage bei den vielen Vergaben des Landkreises sowie auch der Gemeinden im Landkreis sein.
Gremiumsbeschlüsse: Diese sollten zukünftig stets im Einklang mit dem Klimaschutzkonzept bzw. dessen Ziel stehen.
Öffentlichkeitsarbeit:– Regelmäßige runde Tische mit verschiedenen Akteuren (Bürger*innen, Politik, Experten) zu konkreten Themen sollten durchgeführt werden.
– Ein regelmäßiger Austausch auch auf Ebene der Bürgermeister (Bürgermeisterdienstbesprechung), beispielsweise dreimal im Jahr, sollte angestrebt werden.
– Bereits bestehende erfolgreiche Konzepte, wie die Energie AG in Reisbach könnten auf andere Landkreiskommunen/ den Landkreis übertragen bzw. konzentriert werden.
– Professionelle Kommunikation der Ergebnisse des Klimaschutzkonzepts sowie der Zielsetzung „CO2-Neutralität bis 2040“ sei essenziell.
– Aktive Ansprache von Haushalten bzgl. der Energieeinsparung: Gezielte Aktionen zur Motivation, aber auch der praktischen Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen. Soziale Aspekte sollten hier berücksichtigt werden.
PV-Anlagen:
– Wand-/ Fassadenpotenziale könnten nutzbar gemacht werden.
Windkraft/ Netzausbau:
– Bessere Standorte als den Landkreis Dingolfing- Landau für die Windenergie gibt es natürlich; es stellt sich jedoch dann die Frage nach den Alternativen für die Stromerzeugung im Landkreis. Andererseits gibt es auch im Landkreis bereits erste Gutachten, dass Schwachwindkraftanlagen wirtschaftlich betrieben werden können.
– Derzeit werden im Landkreis Dingolfing-Landau bereits Windkraftanlagen geplant. Auch der Regionalplan Wind der Region 13 wird überarbeitet; zunächst definierte Ausschlussflächen sind vollständig aufgehoben worden;
– Der Netzausbau ist wesentlich, da der Einzelne teilweise durchaus größere Dachanlagen oder Freiflächen installieren würde, mangelnde Netzanschlusspunkte stellen hier oftmals die Restriktion dar.
Fernwärme/ Biogasanlagen:
– Landkreisweite Konzepte für eine sinnvolle Nutzung sollten erarbeitet werden.
– Die kommunale Wärmeplanung schafft gesetzlich dafür die Grundlagen.
Saisonale Speicherung/ Wasserstoff:
– Vorhandene Stromüberschüsse müssen auch im Landkreis sinnvoll genutzt werden und Projekte vorangebracht werden.
– Gemeinsame landkreisweite Großprojekte sollten initiiert werden.
Gesetzliche Regelungen:
– Freiwilligkeit ist nicht ausreichend, Gesetze müssen Grundlagen schaffen.
– Finanzielle Anreize: Mehrverbrauch als das zugeteilte Kontingent sollte deutlich höher bepreist werden, (analog Strompreisbremse)
Einsparung:
– Beim Gasnotstand konnte Energie auch an öffentlichen Gebäu-den (Beleuchtung) eingespart werden, jetzt macht man dies „unnötigerweise“ wieder.
Controlling:
– Ein regelmäßiges Controlling auf Landkreisebene sollte eingeführt werden, um auch ständig Maßnahmen nachsteuern zu können und so einzelne Meilensteine und am Ende das Gesamtziel zu erreichen.
ÖPNV:
– Ein flächendeckendes On-Demand System wird ab Herbst im Landkreis Dingolfing-Landau starten.

Die Frage nach der Rolle des Landkreises wird wie folgt beantwortet:
– Es sollten aktiv bestehende Strukturen (Energie AG) vorgestellt und aber auch Beteiligungsmöglichkeiten bspw. an Energiegenossenschaften geschaffen werden.
– Eine zentrale Informationsplattform erscheint sinnvoll und sollte sehr aktuell gehalten werden. Daher sollte dies ein entscheidender Aufgabenbereich des landkreisweiten Klimaschutzmanagements zu sein.
– Die gezielte Kommunikation der Ergebnisse des Klimaschutzkonzepts sowie der notwendigen Maßnahmen zur Zielerreichung ist notwendig.
– Klimaschutznetzwerk: Ähnlich dem Energieeffizienznetzwerk sollte im Landkreis ein entsprechendes Netzwerk etabliert werden und alle Kommunen des Landkreises bündeln.

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