Brezen, Kaffee und einmal Landrat bitte!

Zweites Unternehmerfrühstück der Wirtschaftsförderung des Landkreises am 06.05.2017
Als Wertschätzung für die hohe Investitions- und Innovationsbereitschaft der geladenen Gäste sei dieses Frühstück zu verstehen.“ So begrüßte Landrat Heinrich Trapp seine Gäste zum zweiten Unternehmerfrühstück im Kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes wozu er und die Wirtschaftsförderin Nadja Bauer-Beutlhauser eingeladen haben.

Ingrid Hase, Leiterin Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Dingolfing/Pfarrkirchen und Wolfgang Mitsam, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung

In der Runde, waren zwölf Geschäftsführer und Leiter verschiedener Unternehmen zu Gast. Selbige hatten im Vorfeld die Möglichkeit anzugeben, ob das Interesse am Austausch mit bestimmten internen oder externen Behördenvertretern gegeben sei. So konnte für das zweite Unternehmerfrühstück Wolfgang Mitsam, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung sowie Ingrid Hase, Leiterin des Arbeitgeberservices der Agentur für Arbeit Dingolfing/Pfarrkirchen, Regionalmanager Florian Scholtis und der Geschäftsleitende Beamte des Landratsamtes, Regierungsdirektor Johann Kerscher als Vertreter der einzelnen Sachgebiete im Haus begrüßt werden.

Für jeden bayerischen Landkreis steht ein Breitbandmanager zur Verfügung, der die Kommunen durch das Förderverfahren begleitet und sich zudem eng mit der Bewilligungsstelle bei der jeweiligen Bezirksregierung abstimmt. Direktor Wolfgang Mitsam, Breitbandbeauftragter für den Landkreis Dingolfing-Landau und Deggendorf konnte eingehend auf die Fragen und Anliegen der geladenen Unternehmen eingehen. Größtes Problem sind nach wie vor, die Firmen mit Alleinlage. So gibt es, trotz großzügiger Förderangebote, immer noch Lücken – vor allem auf dem Land, die nach Aussagen von Herrn Mitsam, in den nächsten Monaten genauestens betrachtet und von den Kommunen neu nachgeprüft werden können.

v.l.n.r. Rupert Niedermeier (Holz in Form), Silke Holzner (Bayern-Park), Ingrid Hase (Arbeitsagentur), Ludwig und Kerstin Schwinghammer (Sport + Mode Schwinghammer), Wolfgang Mitsam (Leiter Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung), Grazyna Starke und Dr. Georg Huber (Wirgarten), Helmut Laubner (Naturstein Laubner), Florian Scholtis (Regionalmanager), Stefan Dandorfer (Bäckerei Frühmorgen), Markus Steckling (SA Automation), Nadja Bauer-Beutlhauser (Wirtschaftsförderin), Johann Kerscher (Geschäftsleitender Beamte), Heinrich Trapp (Landrat). Es fehlen Rudolf Furtner sen. und jun. (Furtner + Ammer Fahrzeugtechnik)

Geeignete und qualifizierte Mitarbeiter finden und der Erhalt entsprechender Arbeitserlaubnis kann für Unternehmen eine Herausforderung sein. Hierzu konnte Ingrid Hase vom Arbeitgeberservice konkrete Hilfestellung formulieren. So könne eine Arbeitserlaubnis eindeutiger erteilt werden, wenn der künftige Arbeitnehmer nach Tarif- und Lohnbedingungen des Berufes, für den er eingesetzt wird, eingestellt wird. Weiter ging die Leiterin des Arbeitgeberservices der Arbeitsagentur auf die Arbeitslosenzahlen ein. Waren es im April 2016 noch 3,2% sind es in diesem Jahr nur noch 2,8% Arbeitslose, was einen akuten Fachkräftemangel in unserer Region nur unterstreicht. Unternehmer berichten über ihre Probleme und Erfahrungen geeignetes Personal zu finden. Jeder zweite Arbeitsvertrag wird mit Nichtdeutschen geschlossen. Hier kann die Agentur durch verschiedenste Fördermöglichkeiten unterstützen. Am besten sei es mit einer Probearbeit von 3-4 Tagen zu beginnen, dann seien ein Eingliederungszuschuss oder andere Hilfsprogramme ganz individuell einsetzbar. Der Unternehmer darf sich hier jederzeit an den Arbeitgeberservice wenden. Das wichtigste ist, so ein anwesender Unternehmer, sich nach außen zu präsentieren und den Mehrwert des Unternehmens herauszustellen. Die jungen Leute, die Lehrlinge reden untereinander und da ist es wichtig, dass das Betriebsklima als ein gutes erkennbar gemacht wird. Ein weiterer Vorschlag war, die Praktikumspflicht an Realschulen und Gymnasien während der Schulzeit einzuführen, so dass vor allem Schüler frühzeitig die Chance haben, sich beruflich zu orientieren und um sich später nicht nur aus Desorientierung für eine schulische Weiterbildung/Studium zu entscheiden.

Landrat Heinrich Trapp konnte in dieser Runde sehr intensiv der Frage nachgehen, wie das Landratsamt und die Politik die Unternehmer in der Region konkret unterstützen können. Fazit war, dass es oftmals die Kontakte, die kurzen Wege und das Image des Standortes sind, die das Arbeiten hier attraktiv machen. Jedoch ist und bleibt es unabdingbar dafür zu sorgen, dass die sogenannten harten Standortfaktoren, wie der Arbeitsmarkt, die Infrastruktur, die Breitbandversorgung, Flächen- und Förderangebote, stets im Mittelpunkt aller Arbeit aller Verantwortlichen sein sollen. Nur so können die weichen Faktoren, wie das regionale Image, die Qualität des Wohnens, das innovative Milieu und der Freizeitwert gesteigert werden, so Nadja Bauer-Beutlhauser abschließend.